Mamisein

Wir bekommen ein Pflegekind

Wir sind schwanger. Nein es handelt sich hierbei nicht um eine natürliche Schwangerschaft, sondern eher um eine „Herzschwangerschaft“. Wir bekommen ein Pflegekind. Hoffentlich. Bald. Wir sind zumindest gerade im Abschlussverfahren der ganzen Kurse, Vorbereitungen und Bewilligungen.

Wie kam es dazu?

Viele von euch haben mich gefragt, wie es zu dieser Entscheidung kam ein Pflegekind aufzunehmen, ob wir denn keine Sorgen und Ängste haben und wie das ganze so abläuft. Das möchte ich euch kurz erklären.

Mein Mann und ich sind seit 6 Jahren verheiratet und wir wollten schon von Anfang an ganz viele Kinder haben und eine große Familie werden. Wie das Leben aber so ist, macht es einfach oft einen Strich durch die Rechnung und läuft anders, als man vorhat. Letztes Jahr hatte ich leider eine Fehlgeburt in der 12. Woche und das hat unserer Seele doch sehr zu schaffen gemacht. Nach einigen anderen Gegebenheiten, die ich hier nicht so genau anführen möchte haben wir beschlossen den Wunsch nach einem leiblichen Kind einmal liegen zu lassen und wir haben begonnen uns für eine Adoption zu erkunden.

Pflegekind statt Adoption

Als ich nach viel Recherche darauf gekommen bin, dass man hier mitunter mehrere Jahre auf ein Kind warten muss, dass es viel zu viele Bewerber und viel zu wenige Kinder gibt und man vielleicht sogar nie „ausgewählt“ wird, war ich gleich wieder frustriert. Ein anderes Kind in unsere Familie zu holen, war also auch nicht leichter. Bis ich dann auf den Gedanken gestoßen bin mich über die Möglichkeit, ein Pflegekind aufzunehmen, zu informieren. Nach ewiger Recherche im Internet, Erfahrungsberichten, Dokumentationen, stundenlangen Gesprächen mit meinem Mann und das Abwiegen von allen Pros und Kontras, haben wir uns dann zu Ostern 2019 bei der MA11 für ein Informationsgespräch angemeldet.

Was soll ich sagen? Seit September arbeiten wir nun mit der MA11 zusammen und lernen sehr viel über dieses gesamte Verfahren. Um was für Kinder handelt es sich? Wie werden die Besuchskontakte ausschauen? Wie geh ich mit Verlusten um? Bin ich wirklich bereit für das alles?

Nach vielen Vorbereitungskursen, Seminaren, Gesprächen mit der Sozialarbeiterin und ärztlichen Attesten sind wir nun endlich mit allem fertig und sozusagen in den Wehen. Die jetzige Zeit ist super aufregend und niemand, der nicht schon einmal in der Situation war kann sich vorstellen, wie wir uns gerade fühlen. Jetzt heißt es warten. Warten auf DEN Anruf…wann wird der kommen? Was wird es für ein Kind sein? Wie wird das Kennenlernen? Sind wir gut genug vorbereitet?

Ein neues Abenteuer

Noch nie in meinem Leben war ich so unsicher und gleichzeitig so fest von einer Sache überzeugt. Ich bin mir zu 100000% sicher, dass das die einzig richtige Entscheidung für uns war und dass mein Mann und ich gemeinsam diesen Schritt wagen können und gemeinsam weiter wachsen werden. Mit all den Ängsten, mit all den Sorgen, mit all den Freuden und mit all der Aufregung.

Ich freue mich auf dieses Abenteuer und bin bereit mein Leben von einem kleinen Menschen umkrämpeln zu lassen 🙂

Alles Liebe,

Johanna

You Might Also Like

No Comments

Leave a Reply

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu